09.03.2026

TAMERLANO – Drei Jahrhunderte Geschichte in einem einzigen Abend

Georg Friedrich Händel / Kirill Richter – 9. April 2026 | Musikverein | Wien

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Tamerlano
Georg Friedrich Händel / Kirill Richter
9. April | Musikverein | Wien

Drei Jahrhunderte Geschichte in einem einzigen Abend.


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Am 9. April erklingt im Musikverein – Wiens traditionsreichem Konzerthaus – Tamerlano von Georg Friedrich Händel. Initiiert von der Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur Usbekistans entfaltet sich die Oper 300 Jahre nach ihrer Entstehung in ihrer reinen musikalischen Essenz und erschließt sich durch die konzertante, zeitgenössische Neuinterpretation dem Publikum völlig neu. Der Komponist und Pianist Kirill Richter ergänzt die barocke Partitur behutsam mit modernen Klangfarben und feinen usbekischen musikalischen Nuancen und schafft so einen eindrucksvollen Dialog zwischen Epochen und Kulturen. Auf der Bühne stehen das Nationale Sinfonieorchester Usbekistans und der Ehrenchor der Republik Usbekistan.

In den Hauptpartien:
Olga Peretyatko — Asteria
Juan Sancho — Sultan Bayezid
Jenisbek Piyazov — Tamerlano

Ein Abend, in dem Geschichte, Macht und Leidenschaft auf höchstem künstlerischem Niveau verschmelzen.
Tickets und Infos: MUSIKVEREIN
Tel.: +43 1 505 81 90

Nach einer aufwendig szenisch realisierten Produktion wird das Werk in Wien erstmals als eigenständige Konzertfassung präsentiert – konzipiert als unabhängiges musikalisch-akademisches Statement. Diese Aufführung führt zurück zum Kern der Oper: ihrer orchestralen und chorischen Struktur sowie den solistischen Gesangspartien. So wird das Werk in seiner reinen klassischen Form erlebbar, ohne an dramatischer Intensität und emotionaler Tiefe zu verlieren. Die Aufführung erfolgt in italienischer Sprache.

Als Begegnung verschiedener Zeiten, geografischer Räume und musikalischer Sprachen konzipiert, behandelt Tamerlano universelle Themen wie Liebe, Macht, Schicksal und moralische Verantwortung. Inspiriert von der historischen Figur Amir Temur (Tamerlan), dem Eroberer des 14. Jahrhunderts und Begründer eines Großreiches mit Zentrum in Samarkand, entfaltet sich ein zutiefst menschliches Drama zwischen Herrschern und Gefangenen, Feinden und Liebenden – angesiedelt an den Schnittstellen der Zivilisationen.

Ein 300 Jahre altes Meisterwerk neu gedacht
Innerhalb von nur 20 Tagen im Juli 1724 komponiert, gilt Tamerlano als eines der bedeutendsten Opernwerke Händels. Im Jahr 2024 feierte die Oper ihr 300-jähriges Jubiläum, gewürdigt durch diese ambitionierte Neuproduktion der ACDF.

Im Zentrum steht Kirill Richters musikalische Neudeutung der barocken Partitur Händels, entwickelt im Rahmen der ursprünglichen Inszenierung. In respektvollem Dialog mit der musikalischen Substanz Händels erweitert Richter die Partitur organisch um usbekische nationale Klangfarben und eine zeitgenössische musikalische Sprache. Diese Herangehensweise vertieft die dramatische Wirkung und verleiht der Aufführung eine unverwechselbare künstlerische Identität.

Kirill Richter
Kirill Richter ist ein vielfach ausgezeichneter Komponist und Pianist, der europaweit für seine seltene Verbindung von formaler Präzision und emotionaler Intensität geschätzt wird. Bekannt wurde er unter anderem durch seinen Klavierwalzer-Zyklus On the Way to the Beloved City. Seine Musik zeichnet sich durch Aufrichtigkeit, Energie und unmittelbare emotionale Resonanz aus.

Seit 2019 lebt und arbeitet Richter in Riom (Schweiz) und kooperiert eng mit dem Origen Festival Cultural. Dort präsentierte er Werke wie Russian Requiem (2019), Babylonian Songs (2022) und Seven Centuries (2023). Internationale Engagements führten ihn unter anderem in die Berliner Philharmonie, die Royal Albert Hall und die Elbphilharmonie. Zudem komponiert er für Film, Ballett, Theater und Oper, darunter Tamerlano sowie Seven Ages (2023).

Von Taschkent nach Wien
Der Wiener Konzertabend folgt auf eine monumentale szenische Produktion in historischer Kostümierung, realisiert zwischen Taschkent und Dubai und vielfach als kulturelles Ereignis von internationaler Bedeutung gewürdigt. Die Premiere der Bühnenfassung fand am 2. und 3. Oktober 2024 im Alisher Navoi State Academic Bolshoi Theatre in Taschkent statt – im Rahmen der IV. Weltkonferenz zur Kreativwirtschaft – und wurde für ihre musikalische wie kulturelle Strahlkraft gefeiert.

Ein monumentales musikalisches Ensemble
Mitwirkende des Konzertabends sind das Nationale Sinfonieorchester Usbekistans unter der Leitung von Alibek Kabdurakhmanov sowie das Staatliche Akademische Ehrenchor-Ensemble der Republik Usbekistan unter Gulnara Malikova.

Gegründet 1938, genießt das Nationale Sinfonieorchester Usbekistans einen hervorragenden Ruf und hat sich durch sein breit gefächertes Repertoire und konstante künstlerische Exzellenz ein treues Publikum aufgebaut. Es spielt eine zentrale Rolle in der internationalen kulturellen Zusammenarbeit und im interkulturellen Dialog.

In italienischer Sprache aufgeführt, vereint die Oper Solistinnen und Solisten von Weltrang, allen voran die international gefeierte Sopranistin Olga Peretyatko in der Rolle der Asteria. Mit ihrer leuchtenden Stimme und außergewöhnlichen Gestaltungskraft verkörpert sie das emotionale Zentrum der Oper in einer fesselnden Interpretation.

Weitere Hauptpartien übernehmen Juan Sancho (Tenor) als Sultan Bayezid sowie Jenisbek Piyazov (Bariton, Volkskünstler Usbekistans) in der Titelrolle des Tamerlano.

Uzbekistan Art and Culture Development Foundation (ACDF), Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur Usbekistans
Die Uzbekistan Art and Culture Development Foundation (ACDF) widmet sich der Bewahrung, Förderung und Weiterentwicklung des kulturellen Erbes, der Künste und der Kreativwirtschaft Usbekistans. Ziel ist der Aufbau eines nachhaltigen kulturellen Ökosystems sowie die Stärkung kreativer Akteurinnen und Akteure auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene.

Die ACDF organisierte unter anderem die vierte Weltkonferenz zur Kreativwirtschaft (WCCE) 2024 in Taschkent, den ersten Aral Culture Summit 2025 sowie die Beteiligung Usbekistans an der Expo 2025 in Osaka. Darüber hinaus verantwortet die Stiftung bedeutende Initiativen wie das Zentrum für zeitgenössische Kunst in Taschkent, das neue Nationalmuseum Usbekistans nach einem Entwurf von Tadao Ando sowie Restaurierungsprojekte wie den Palast des Großfürsten Romanow.

Mit internationalen Projekten, Publikationen und Kooperationen mit über 40 führenden Museen weltweit stärkt die ACDF die kulturelle Stimme Usbekistans auf bedeutenden globalen Plattformen und erreicht damit ein Millionenpublikum.

Kultureller Dialog durch Musik
Die konzertante Premiere im Musikverein Wien markiert einen bedeutenden Moment der internationalen Konzertpraxis. Sie unterstreicht die zeitgenössische Relevanz des klassischen Opernerbes jenseits des Theaters und stellt zugleich die herausragende Aufführungstradition Usbekistans in einen lebendigen Dialog mit internationalen Spitzenkräften – auf einer der renommiertesten Konzertbühnen Europas.

Die Künstlerinnen & Künstler:

Olga Peretyatko
 
 
Olga Peretyatko zählt zu den weltweit gefragtesten Sopranistinnen. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 2007 mit dem zweiten Preis bei Operalia, dem von Plácido Domingo gegründeten Wettbewerb. Seither gastiert sie an führenden Opernhäusern wie der Metropolitan Opera, dem Royal Opera House Covent Garden, der Teatro alla Scala, der Wiener Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden, dem Teatro Real, dem Gran Teatre del Liceu sowie der Opéra Bastille. Darüber hinaus ist sie regelmäßiger Gast bedeutender Festivals in Salzburg, Baden-Baden, Aix-en-Provence und Pesaro. 2025 wurde sie für ihr herausragendes künstlerisches Wirken mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet.

Die Spielzeit 2025/26 eröffnet Olga Peretyatko als Giulia in La scala di seta am Opernhaus Zürich. Dort ist sie zudem als Micaëla in Carmen zu erleben. Den Abschluss der Saison bildet ein Konzert auf Schloss Neuschwanstein gemeinsam mit den Münchner Symphonikern.

Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und charismatischen Bühnenpräsenz beherrscht Olga Peretyatko ein breit gefächertes Repertoire, das von virtuosen Koloraturpartien bis zu dramatischen Rollen reicht. Zu ihren jüngsten Rollendebüts zählen Norma an der Staatsoper Hamburg, Mathilde in Guillaume Tell in Tokio, Elettra in Idomeneo an der Berliner Staatsoper sowie Margherita in Faust in Hamburg. Zu ihren zentralen Partien gehören außerdem Violetta (La Traviata), Gilda (Rigoletto), Fiorilla (Il turco in Italia), Leonora (Il Trovatore), Gräfin Almaviva (Le Nozze di Figaro), Donna Anna (Don Giovanni), Norina (Don Pasquale) sowie die Titelrolle in Anna Bolena.

Als gefeierte Konzertsängerin arbeitet Olga Peretyatko regelmäßig mit renommierten Orchestern und Dirigenten in bedeutenden Konzertsälen weltweit zusammen und ist mit Liederabenden international präsent. Sie sang Rachmaninows Die Glocken mit dem Orchestre de Paris in der Grande Salle Pierre Boulez sowie ein Mozart-Programm mit dem Danish Chamber Orchestra unter Ádám Fischer bei der Mozartwoche in Salzburg. Strauss’ Vier letzte Lieder interpretierte sie im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington D.C. sowie auf einer China-Tournee mit dem Orchestre Symphonique de Montréal. 2018 gab sie ihr gefeiertes Solo-Recital-Debüt an der Mailänder Scala.

Olga Peretyatko veröffentlichte sechs Alben bei Sony Classical und wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter OPUS Klassik (2018), ECHO Klassik (Bestes Soloalbum, 2015) sowie der Premio Franco Abbiati. 2021 erschien ihr Soloalbum Songs for Maya, eine Hommage an die Geburt ihrer Tochter. Produziert vom legendären russischen Label Melodiya, vereint es 23 Wiegenlieder aus aller Welt, die Olga Peretyatko persönlich auswählte und in den jeweiligen Originalsprachen einsang.

Geboren in St. Petersburg, erhielt Olga Peretyatko ihre musikalische Ausbildung zunächst im Kinderchor des Mariinsky-Theater. Nach ihrem Abschluss am Sankt Petersburger Konservatorium studierte sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, im Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper sowie an der Accademia Rossiniana.

Juan Sancho
 


Der spanische Tenor Juan Sancho zählt zu den profiliertesten Vertretern seines Fachs. Er gastierte an international bedeutenden Opernhäusern, Konzertsälen und Festivals, darunter das Teatro alla Scala, das Teatro Real, das Teatro La Fenice, das Bolschoi-Theater, das Theater an der Wien, die Oper Köln, die Opéra Royal de Versailles, das Barbican Centre, das Concertgebouw Amsterdam sowie das Lincoln Center for the Performing Arts.

In der Saison 2024/25 ist er unter anderem als Tempo in Händels Il trionfo del tempo e del disinganno beim Festival de Torroella, als Astolfo in Caccinis Alcina beim Festival d’Ambronay sowie in Toulouse, Versailles und Lausanne zu erleben. Weitere Engagements umfassen Bajazet in Händels Tamerlano beim Göttingen Handel Festival, Oronte in Händels Alcina am Theater Bonn sowie Marzio in Mozarts Mitridate und Triquet in Tschaikowskys Eugen Onegin am Teatro Real Madrid.

Seine Diskografie umfasst zahlreiche Einspielungen, darunter Soloalben mit Werken von Händel sowie Opernaufnahmen für Decca Records. Er arbeitete mit Dirigenten wie William Christie, Jordi Savall, Marc Minkowski und Ivor Bolton zusammen.

Juan Sancho wurde 1982 in Sevilla geboren. Er studierte Historischen Gesang an der Escola Superior de Música de Catalunya in Barcelona und setzte seine Ausbildung in Paris und Barcelona fort. Neben seiner Operntätigkeit widmet er sich intensiv dem spanischen Vokalrepertoire des 16. und 17. Jahrhunderts und wirkte an Konzert- und Einspielungsprojekten zum Guerra-Manuskript der Kathedrale von Santiago de Compostela sowie zu Werken von Juan Hidalgo und José Marín mit.

Jenisbek Piyazov



Jenisbek Piyazov zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der modernen usbekischen Oper und leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung und internationalen Sichtbarkeit der klassischen Musik seines Landes. Geboren in Usbekistan, erhielt Piyazov seine professionelle musikalische Ausbildung am Staatlichen Konservatorium Usbekistans. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn machte er durch außergewöhnliche stimmliche Begabung und eine ausgeprägte Bühnenpräsenz auf sich aufmerksam, was ihn früh zu einem der führenden Solisten des bedeutendsten Opernhauses seines Landes werden ließ.

Am Staatlichen Akademischen Bolschoi-Theater Alischer Nawoi interpretierte er zentrale Tenorpartien des klassischen Opernrepertoires. Seine künstlerische Handschrift zeichnet sich durch ein kraftvolles, tragfähiges Timbre, dramatische Ausdrucksstärke und ein eindrucksvolles Bühnencharisma aus.

Neben seiner Tätigkeit in Usbekistan ist Piyazov regelmäßig international zu Gast. Auf renommierten Bühnen repräsentiert er die usbekische Gesangstradition und wirkt an bedeutenden Kulturprojekten und Festivals mit.

Pressekontakt:
LS & more | Liane Seitz
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+43 664 220 12 22
lseitz@lianeseitz.com
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Bilder (8)

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Olga Peretyatko
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Olga Peretyatko
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Juan Sancho
4 128 x 6 192 © Louis Ollero
Juan Sancho
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Juan Sancho
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Jenisbek Piyazov
2 736 x 4 104 © Shuxrat Usmonov
Jenisbek Piyazov
3 000 x 1 800 © Shuxrat Usmonov